Finanzerziehung
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Finanzerziehung

Kindern einen verantwortungsbewussten und vernünftigen Umgang mit Geld zu vermitteln sollte in der Erziehung eines jeden Kindes einen wichtigen Bestandteil darstellen. Die Finanzerziehung ist vor allem, hinsichtlich der eigenständigen Zukunft von Kindern und Jugendlichen, ein nicht zu vernachlässigender Baustein. 

Doch wann sollte die Finanzerziehung idealerweise beginnen und in welchem Alter sind verschiedene Schritte angemessen? Diese Fragen beantworten wir im Folgenden, um Eltern damit eine grobe zeitliche Orientierung für die Finanzerziehung ihres Kindes an die Hand geben.

3-6 Jahre
Klein- und Vorschulkinder
  • Spielerische Finanzerziehung
  • Die Logik des Tauschprinzips
7-11 Jahre
Grundschulkinder
  • Kleine selbstständige Einkäufe
  • Taschengeld
  • Minderjährigenkonto
12-18 Jahre
Jugendliche
  • Eigenes Girokonto (Prepaid-Karte)
  • Digitales Taschengeld
  • Größere selbstständige Einkäufe

 

Kleinkinder und Vorschulkinder (3 - 6 Jahre)

Bereits in jungem Alter ist es möglich und sinnvoll, Kinder auf spielerische Weise an einen verantwortungsbewussten Umgang mit Geld heranzuführen. Schon in diesem Alter können sich Kinder, beispielsweise beim gemeinsamen Wocheneinkauf, von ihren Eltern gewisse Verhaltensweisen abschauen und aneignen. Achten Sie also darauf Ihre Kinder aktiv mit einzubinden und erklären Sie ihnen bewusst und verständlich warum Sie gewisse Produkte auswählen und wie Sie Preise vergleichen oder Ähnliches. Auch beim Bezahlen an der Kasse können Kinder erste Erfahrungen und Beobachtungen beim Umgang mit Bargeld machen. 

Auch die Logik des Tauschprinzips kann ein geeignetes Mittel sein, um Kindern schon im Vorschulalter das Prinzip hinter Geld zu vermitteln. Bieten Sie Ihrem Kind, wenn es sich ein bestimmtes Spielzeug wünscht, doch einmal an, es gegen ein anderes einzutauschen. So können Kinder lernen und verstehen, dass Gegenstände einen bestimmten Wert haben und nicht in unbegrenztem Ausmaß verfügbar sind. Gleichzeitig vermitteln  Sie so Ihren Kindern eine vernünftige Haltung gegenüber Konsum und Nachhaltigkeit.

Auch das gemeinsame Lesen oder Vorlesen von Büchern und Geschichten, die sich mit dem Thema Geld beschäftigen, ist ein geeignetes Mittel, um noch jungen Kindern spielerisch erste Eindrücke von Geld und den Umgang damit zu vermitteln.

Grundschulkinder (7 - 11 Jahre)

Schon im Alter von sieben bis acht Jahren ergibt es außerdem Sinn, Kinder einzelne, kleine Einkäufe selbstständig tätigen zu lassen. Geben Sie ihrem Kind beispielsweise die Verantwortung dafür einige wenige Artikel selbstständig im örtlichen Supermarkt, mit einem bestimmten Budgetrahmen, zu besorgen. Natürlich ist dies nur bei entsprechenden lokalen Gegebenheiten möglich. 

Selbstverständlich ist auch die regelmäßige Auszahlung eines Taschengelds ein wertvolles Mittel bei der Finanzerziehung. Um eine geeignete Höhe des Taschengeldes zu bestimmen, lesen Sie unsere Artikel zu den Themen Taschengeldtabelle und Taschengeldparagraph.

Durch die Verantwortung für das eigene Taschengeld können Kinder und Jugendliche schnell einen bewussten Umgang mit Geld und eine Beziehung zum Sparen erlernen. Achten Sie hierbei vor Allem auf einen geeigneten Betrag, sowie darauf, dass Sie das Taschengeld stets verlässlich zu einem vereinbarten Zeitpunkt an Ihr Kind auszahlen. 

Um für größere Anschaffungen zu sparen oder überschüssiges Taschengeld sicher aufzubewahren, ist es sinnvoll auch bereits für Grundschüler ein Minderjährigenkonto - auch Kinderkonto genannt - zu eröffnen. Für diese Konten fallen meist keine Kontoführungsgebühren an und Sie können mit der Einwilligung der Erziehungsberechtigten meist sehr unkompliziert eröffnet werden. Ein geeignetes Alter hierfür wird häufig auf sieben Jahre festgelegt. Ab diesem Alter gelten Kinder als beschränkt geschäftsfähig und können ein solches Konto in gewissem Umfang auch selbst nutzen. 

Grundsätzlich liegt die gesamte Kontoverantwortung bis zur Volljährigkeit aber bei den Erziehungsberechtigten, die festlegen können bis zu welchem Umfang die Kinder selbst über das Konto verfügen können. Beispielsweise können Sie Ihrem Kind eine Karte überlassen, mit der es in einer bestimmten Filiale der Hausbank Geld einzahlen und auf Prepaid Basis abheben sowie auch Kontoauszüge erhalten kann. Für das Mindestalter, sowie eventuell anfallende Gebühren unterscheiden sich die Regelungen je nach Bank.
Sparen für größere Anschaffungen.

Jugendliche (12 - 18 Jahre)

Ein eigenes Girokonto wird häufig ab einem Alter von zwölf Jahren empfohlen. Ein solches Girokonto hat grundsätzlich dieselben Möglichkeiten wie das eines Volljährigen, jedoch gilt auch hier das Prinzip der Prepaidkarte. Kinder und Jugendliche können Bargeld also nur in dem Umfang abheben, in dem Sie es vorab eingezahlt haben. Über einen Dispositionskredit können Sie nicht verfügen. Mit einem solchen Girokonto können Jugendliche Geld abheben und einzahlen, Daueraufträge einrichten sowie Überweisungen tätigen und auch erhalten. Bis zur Volljährigkeit tragen aber auch bei einem Girokonto die Erziehungsberechtigten die Kontoverantwortung und können festlegen bis zu welchem Grad ihr Kind über das Konto selbst verfügen kann. Es kann ab diesem Alter auch hilfreich sein, das monatliche Taschengeld als Dauerauftrag direkt auf das Girokonto Ihres Kindes zu überweisen. So können Jugendliche bereits erste Erfahrungen beim Umgang mit virtuellem Geld machen und sind besser für eine digitalisierte Zukunft vorbereitet. 

Ab einem gewissen Alter können Sie Ihren jugendlichen Kindern außerdem die Verantwortung über einige, größere Anschaffung überlassen. Benötigt Ihr Kind beispielsweise neue Kleidung oder Schuhe? Nachdem Sie bereits in jungem Alter mit der Finanzerziehung begonnen haben, können Sie es ihrem Kind nun durchaus zutrauen diese Einkäufe selbst zu tätigen. Geben Sie Ihrem Kind hierfür ein gewisses Budget vor und lassen sie es selbst entscheiden, welche Produkte es einkaufen möchte. 

Fazit

Insgesamt lässt sich festhalten, dass es keinen allgemeingültigen Ablaufplan für eine gelungene Finanzerziehung von Kindern gibt. Hierüber müssen alle Eltern,  je nach Entwicklung und Interesse ihres Kindes, selbst entscheiden. Beachtet man allerdings einige Punkte und beginnt idealerweise schon in jungem Alter damit, seine Kinder an die Themen Finanzen und Sparen spielerisch heranzuführen, ist das für einen späteren, verantwortungsvollen Umgang mit Geld in jedem Fall sehr wirkungsvoll.

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